
Der FC Union Heilbronn freut sich, langfristig mit Robin Neupert planen zu können. Der Cheftrainer, der seit Oktober 2025 in der Verantwortung steht, bleibt damit zwei weitere Spielzeiten am „See“, um die positive Entwicklung fortzusetzen. Unter seiner Regie gab es in 14 Pflichtspielen 10 Siege, drei Unentschieden bei nur einer Niederlage. Damit gilt der volle Fokus auf den Saisonendspurt, zugleich wird der Kader für die kommende Saison geformt, um den ambitionierten Zielen gerecht zu werden.
Hallo Robin, du bist nun so ziemlich genau ein halbes Jahr beim FCU. Wie blickst du auf das halbe Jahr zurück, welche Höhen und Tiefen bleiben in Erinnerung?
Ich freue mich riesig über das entgegengebrachte Vertrauen der Verantwortlichen im Verein. Die Gespräche waren sehr klar und offen mit offengelegten, anstehenden Themen und klaren Visionen. Ebenso freue ich mich über das Vertrauen und den täglich Einsatz der Spieler. Ein Trainer sieht nur gut aus, wenn die Spieler performen und Leistung bringen und die Ideen eines Trainers bestmöglich umsetzen. Das machen die Jungs seit einem halben Jahr weitestgehend überragend!
Als ich im Oktober das Amt übernommen habe, waren ursprünglich zwei Monate geplant. Aber die Zusammenarbeit mit den Jungs und den Verantwortlichen hat unheimlich Spaß gemacht, sodass eine weitere Zusammenarbeit nach der Winterpause für mich mehr oder weniger unumgänglich war. Der Plan war klar: Wir wollen den Weg, den wir eingeschlagen haben, weitergehen und uns nach den ersten fünf Rückrundenspielen mal zusammensetzen und überlegen, wie es ab Sommer weitergehen könnte. Jetzt sind es 6 Spiele in der Rückrunde mit 4 Siegen und nacheinander 2 Remis auswärts bei sehr starken Mannschaften wie Lauffen und Pfedelbach. Mannschaften, die ebenso wie wir, um die oberen Plätze mitspielen. 17:2 Tore sprechen auch für sich, ich denke, das ist bisher völlig in Ordnung. Die nächsten vier Wochen werden aber zeigen, wohin die Reise geht.
Für mich war immer klar, dass Union mit seiner Infrastruktur und den Personen im und neben dem Verein, eine sehr gute Adresse ist, um mich als Trainer und Mensch weiterzuentwickeln und Erfahrungen zu sammeln. Ebenso war für mich klar, dass ich mich nur noch auf eine Aufgabe konzentrieren möchte. Ich habe sehr gerne bei Türkspor mit den Verantwortlichen und Spielern zusammengearbeitet, aber beiden Aufgaben auf Dauer 100% und über den Sommer hinaus gerecht zu werden, ist nicht möglich. Ich bin froh, dass ich von zuhause die nötige Unterstützung von meiner Freundin bekomme und sie mir den Rücken in allem freihält, sonst wäre das ebenso unmöglich.
Um auf das halbe Jahr zurückzublicken: Ich denke bisher gab es eigentlich nur Höhen und so darf es gerne bleiben. Und wenn mal ein Tief kommt, was völlig normal ist, sehe ich das Team und den Verein gefestigt, um da zusammen rauszukommen. Man spürt die Energie im Verein, man merkt die Leute haben Bock und sind verrückt nach Fußball. Es herrscht Aufbruchstimmung. Das sieht man auch sonntags an den Zuschauerzahlen, Union ist wieder etwas „interessanter“ geworden. Den Weg wollen wir weitergehen.
Ihr steht aktuell auf Platz 2 in der Tabelle, bei zwei Punkten Rückstand auf Platz 1. Wie sehr freust du dich auf das letzte Saisondrittel und wie siehst du die Chancen um einen möglichen Aufstieg, nachdem das Saisonziel ursprünglich lautete, oben mitzuspielen?
Wir sind aktuell in einer sehr guten Position, um unser im Oktober gemeinsam festgelegtes Ziel Top 5 zu erreichen. Ebenso sind wir auf Kurs, eine bessere Rückrunde als Hinrunde zu spielen. Wo wir dann am Ende landen, sehen wir dann. Quasi frei nach dem Motto: „Alles kann, nichts muss“. Der Druck liegt nicht bei uns, wir wollen nach wie vor die Favoriten ärgern und den Druck hochhalten. Da freue ich mich extrem drauf! Die Jungs sind heiß auf jedes Spiel und jede Einheit im Training, wir trainieren ab und zu dreifach die Woche, weil die Jungs so verrückt sind und ständig kicken wollen. Die Energie untereinander ist Wahnsinn, man sieht wie viel Spaß die Jungs haben, zusammen auf dem Platz zu stehen.
Unabhängig von der Ligazugehörigkeit: Was planst du mit dem Verein für die neue Saison und darüber hinaus? Immerhin bieten zwei Spielzeiten ausreichend Möglichkeiten, um eine Mannschaft nachhaltig zu formen und wichtige Optimierungen im Verein anzustoßen?
Meine Planungen sind klar: Nächstes Jahr ist das formulierte Ziel der Aufstieg in die Landesliga, wir müssen aus der Bezirksliga raus und uns dann in der Landesliga beweisen. In spätestens 3-5 Jahren ist es dann denke ich möglich, die nächsten Schritte zu gehen. Erfolg ist teilweise planbar, aber es benötigt mehr als nur ein Team mit einem Trainer. Wichtig ist auch das Team ums Team herum. Es werden die richtigen Personen auf den richtigen Positionen benötigt, die müssen dann auch in schwierigen Situationen Ruhe bewahren, sich vertrauen und Lösungen finden.
Das Umfeld muss ebenfalls mitwachsen. Wir haben jetzt eine Geschäftsstelle, die hervorragend von Jasmin Herrmann geleitet wird. Ein neues Gebäude mit Büroräumen, Besprechungsraum und Kraftraum ist geplant. Im Stadion wird über ein Flutlicht diskutiert. Das sind alles Punkte, die nötig sind, um weiter voranzukommen, um sich dann langfristig in höheren Liegen etablieren zu können. Aber eins nach dem anderen. Der Verein ist gesund aufgestellt, was bei der aktuellen wirtschaftlichen Situation nicht ganz einfach ist. Das hat man unter anderem dem ehemaligen Vorstand Can Kara, dem aktuellen Vorstand Bekim Mehmeti aber auch den vielen ehrenamtlichen Helfern und der Jugend zu verdenken. Aber vor allem muss man sich an dieser Stelle auch bei den Sponsoren bedanken, die immer da waren, auch in schlechten Zeiten!
Wenn wir den eingeschlagenen Weg so weitergehen, werden wir durchaus Erfolge feiern können. Wichtig ist dabei, dass wir demütig und bodenständig bleiben und jeden Tag hart arbeiten, sei es im Vorstand, der Geschäftsstelle, der Jugend oder ich als Trainer mit jedem einzelnen im Team und uns Team herum.
Vielen Dank und auf eine erfolgreiche Zukunft!